On S’fait une Bouffe

Chanson / France

On S’fait une Bouffe

“Man weiß, dass die leckersten Gerichte oftmals nicht solche sind, deren Zubereitung besonders aufwändig ist, für die exotische und entsprechend teure Zutaten benötigt werden. Manchmal ist gerade die einfach Küche die schmackhafte. So sehen sich auch die vier Musiker der in Marseille beheimateten Band “On s’fait une Bouffe“. Hier eine Prise Piano, dort Gesang und Percussions als Würze “und überpudere damit vorsichtig den Text, der nebenbei in einem brodelnden Kochtopf schmort …” - und der, wie hinzu gefügt werden muss, bereits mit dem Leo Ferré-Chansonpreis ausgezeichnet wurde. Möglichst heiß soll das Platten-Gericht mit dem Titel “Portraits crachés” serviert werden. “On s’fait une Bouffe” tun dies am liebsten auf der Bühne, die sie regelmäßig wie ein Bistro ausstatten, mit Tresen, Tischen und Barstühlen. Sofort verbreitet sich dann eine Atmosphäre, die nicht nur unter Ausländern als “typisch französisch” gilt: man trinkt einen Pastis, nimmt ein leichtes Mittagsgericht zu sich, begleitet von einer Karaffe Rotwein, man hinterlässt unanständig viele Baguettekrümel auf dem Papiertischtuch, liest die Tageszeitung, hält ein Schwätzchen mit dem Nachbartisch oder betrachtet die vorbei eilenden Passanten. In dieser Situation entstehen die Texte und Melodien dieses gemütlich-sympathischen Quartetts mit der vertraut wirkenden Atmosphäre zwischen leiser Heiterkeit, Melancholie und Begebenheiten des Alltags. Es wäre zu wünschen, dass Jean-Marie Bergey, Hervé Gasciolli, Eric Lemaire und Stéphane Pinna ihre Bar auch einmal auf deutschen Bühnen aufbauten. Gern würde man einmal wieder einen Pastis trinken, ein leichtes Mittagsgericht bei einer Karaffe Rotwein zu sich nehmen, mit dem Baguette krümeln … kurz gesagt: “On s’fait une Bouffe“.” (cd-kritik.de)