Les Fils de Teuhpu

Ska, BalkanBeat, Jazz, Brass / Paris, France

Les Fils de Teuhpu

Les Fils de Teuhpu zu beschreiben oder gar musikalisch einzuordnen ist eigentlich unmöglich. Vielleicht Frank Zappa der mit Monthy Phyton und Eläkeläiset zusammen Chanson und Reggae/Ska-Sounds fabriziert. Ihr versteht was ich meine? Nein? Vielleicht auch Babylon Circus treffen auf, 17 Hippies und Cirqus Alfon? Schon eine Ahnung? Was sagt die Presse? „Ein präzise ausgetüfteltes System aus Bläsersätzen, Banjochords, Skabeats und Vocals […] Arabische und osteuropäische Einflüsse, dazu die Tradition des eigenen Landes gepaart mit südamerikanischen Rhythmen. Interkontinentale Liebesbeziehungen der tanzende Art“ . „Wer einen Spaten mit zwei Nylonsaiten bespannt und diesen als Kontrabass benutzt, wer auf Riesenmuscheln Rocksoli intoniert oder mit einer Posaue scracht, der…“ (HNA 04/2006) …muss jegliche Rock- und Konsumstandards ignorieren können … und ziemlich verrückt sein. Da kann ich Euch beruhigen, sobald die sechs Musiker die Bühne verlassen wirken sie eigentlich ziemlich normal. Aber sie haben im April im Schlachthof/ Kassel eines der abgefahrensten Konzerte hingelegt, die ich in den letzten 10 Jahren erleben durfte. Wer immer noch keine Ahnung was Les Fils de Teuhpu sein könnte, muss sie sich wohl einfach anschauen ;).

The Teuhpu’s still haven’t lost their spirit. Curious music lovers, they like mixing harmonium and rhythmic flavors issued from horizons that are as varied than unexpected. On the album Alambic, we can hear the swing of the raw sound (Bricoleur) electrical rock saturated and rejoicing ( Barbelés), American sounds (Sueur de pécore), a gipsy atmosphere with ska and fanfare funk. There are also the thousands of findings that scatter the compositions. Like the use of the pedal Wah Wah effect and a Leslie cabinet with a trombone. The coppers are sharp like the teeth of sharks, the rhythm base settled down, free and facetious. Let’s remind ourselves that this album was made during a dark year for the fundamental entertainment workers who went on a strike and stopped all French summer festivals. [because of lack of cooperation from the Government] Meme pas vrai, is taken from a Mistinguett song and relates to irony. This gives way to a profile of a group out of the ordinary, acoustical and experimenting with electrical sounds, modern and searching for tradition, with a fresh spirit and being able to handle unexpected deepness. Les Fils de Teuhpu practice the delicat art of combining contradiction.

BandBiographie: Das Abenteuer begann vor zehn Jahren, als Les Teuhpu sich eine einigermassen durchgeknallte Rock’n Roll Fanfare ausgedacht haben, nachdem sie eine Zeitlang ziellos herumgestreunt waren.... es war eine neue, eine andere Art zu spielen, im wahrsten Sinne des Wortes, mit Blechblasinstrumenten, Percussions und Saiten (??). Ihr Esprit hatte Bestand, und jetzt, zehn Jahre später, steckt die Band mit ihrem neuen Werk „Camping sauvage“ am Scheideweg von mehreren verschiedenen Welten ihr eigenes Umfeld ab – oder vielleicht eher ihr Zelt. Man findet in der Tat den fanfarenähnlichen Klang ihrer Anfänge wieder, mit der fröhlichen Allgegenwart der Blechblasinstrumente, zu denen sich die teilweise sehr „gouailleuses“  Noten gesellen, die kein Blatt vor den Mund nehmen, wenn sie eine Welt an den Pranger stellen, die ihre Zeit damit verbringt, Krieg zu führen. Die Blechblasinstrumente verleihen den Instrumentalstücken wie “Afro”, “Ritournelle” ou “Petit ska” Flügel, alles ist angeregt, dreht sich und wirbelt herum, es klingt gleichzeitig feierlich und mitreissend. Aber François, Rodolphe, Poumtchak, Gésir, Kader und Benjamin spielen auch gerne mit harten Saiten und haben kein Problem damit, mit Klischees und einer heilbringenden Ironie zu spielen, und das Ganze tun sie mit einer gehörigen Portion schwarzen Humors, der nichtsdestoweniger sehr belebend ist.  Das Album ist gespickt mit Querverweisen , « Bubar », eines der respektlosesten Stücke, beginnt ähnlich wie « Lycée papillon », im Stil der Chansonniers. Die zum grossen Teil bissigen Texte stehen dieser Tradition in nichts nach, sie sind im Stil von „roots“ und rock‘n’roll gewürzt und verlieren sich oft in einem Delirium von Blechblasinstrumenten und auch, was ganz neu ist, von Gitarren, zur grossen Freude des Zuhörers. Es gibt noch einige andere kleine Überraschungen, die die aufmerksameren Ohren kitzeln, zunächst die schelmischen „samples“ , die das Album kennzeichnen. Was ebenfalls auffällt, ist die Anwesenheit von Tryo auf « Nabab », von Joseph Doherty auf “Le fantôme du 84” und von Paola auf “Fleurys”. Die Gruppe, die in der Szene bereits eine solide Erfahrung besitzt (mit mehr als 1400 Konzerten sowohl in Frankreich als auch im Ausland), präsentiert dieses Werk live mit all dem Humor und all der Lebhaftigkeit, für die sie bekannt ist. Mit diesem neuen musikalischen Experiment kommt ebenfalls eine DVD heraus, die noch auf eine ganz andere Facette der Band eingeht: auf ihre unerwartete Begegnung mit einem legendären Schauspieler, Buster Keaton. Bereits seit mehreren Monaten sind Les Fils de Teuhpu mit einer bemerkenswerten Live-Show auf Tournee: sie spielen eine Musik, die sie speziell für zwei sorgfältig ausgewählte Stummfilme von Buster Keaton komponiert haben. Damit bieten sie ihren Fans, aber auch anderen Zuhörern, die sie bis dato noch gar nicht kannten, eine völlig neue Dimension ihrer Musik: eine Mischung von zwei unterschiedlichen Kunstformen, von zwei Universen, die sie einander erfolgreich nähergebracht haben. Einfallsreich und impulsiv, und meist äusserst mitreissend, geht die Musik eine Osmose mit dem Film ein, den sie untermalt. Der Effekt ist garantiert: die Menschen lachen, amüsieren sich, applaudieren bei den Gags und vergessen dabei zumeist, dass es sich hier nicht etwa um ein Orchester handelt, sondern um eine Band, die der aktuellen Musikszene entspringt und ihre Heimat im Rock und in der alternativen Kulturszene hat.   Und womöglich liegt ganz genau darin die Stärke von Les Teuhpu, die in der Punk- und Alternativ-Ära entstanden sind – die Band hat es immer verstanden, ihr eigenes Terrain zu markieren und sich einen guten Platz auf dem Spielbrett der französischen Szene zu reservieren.Vor etwas mehr als zehn Jahren haben sie als Strassenband angefangen, sie haben versucht, die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich zu lenken, und heute haben sie bereits über fünfzigtausend Alben verkauft und spielen in renommierten Hallen, um den Zuhörern dort eine geniale Live-Show zu bieten – ob sie nun als Les Teuhpu spielen (man erinnert sich noch an den wunderschönen Bataclan im Jahre 2005) oder in ihrer Version als Buster, einer Liveshow, die sie natürlich im Grand Rex zum Besten gegeben haben.     Aber im Hinblick auf den Titel ihres neuesten Werks zeigt sich, dass Les Teuhpu immer ein bisschen wild und bissig geblieben sind. Zur grossen Freude ihrer Aficionados und derer, die es in Zukunft mit Sicherheit noch werden, pflegen sie eine ziemlich gewagte Verschmelzung: die Freude, Musikstücke zu spielen, wird noch dadurch verstärkt, dass sie dazu Texte liefern, die manchmal etwas entnervt scheinen, und doch immer auf den Punkt treffen.... weil sie genau dort den Nerv treffen, wo die Gesellschaft ihre Macken hat, und wo sie letztendlich das wesentlichste ihrer Elemente vergisst: den Menschen. Denn, soviel steht fest: hinter diesen aussergewöhnlichen Musikern, diesen offenen und ehrlichen Spinnern, diesen , verbergen sich doch in erster Linie Menschen mit einem grossen Herzen, die einfach nur ihre Menschlichkeit ausleben.